Europaweite Langfristprognose




Einführung: Als Resultat umfangreicher Forschungen und Untersuchungen ist es gelungen, eine weitere Methode zur Langfristprognose zu entwickeln. Mit dieser Methode (European-Analogy-System) ist es möglich auch für andere Teile Europas eine langfristige Vorhersage zu erstellen und und ein alternatives Gegenmodell zum LRFS zu präsentieren. Allerdings befindet sich das Vorhersagesystem noch im Enwicklungsstadium, so dass vorerst noch keine detailierte Angaben über Eintreffwahrscheinlichkeiten bzw. Verifikationen gemacht werden können.

Beschreibung: Die Vorhersagemethode (EAS) basiert auf der Grundannahme, dass bestimmte Luftdruckverteilungen, wie sie in den letzten Monaten auftraten, auch in früheren Jahren in vergleichbarer Art und Weise schon einmal aufgetreten sind und das die jetzige Weiterentwicklung der Witterung jenen Verlauf der damaligen Jahre ähnlich sein muss. Aufgrund dieser Tatsache wurden zunächst die Verteilungen der Luftdruckanomalien der aktuell abgelaufenen 5 Monate betrachtet. Aus dem Zeitraum 1901 - 2015 wurden zur Vorhersageerstellung all die Jahre herangezogen, wo mindestens 4 der 5 untersuchten (gleichartigen) Monate auf der nördlichen Halbkugel zwischen 90° W und 90° O im Großen und Ganzen eine Druckverteilung aufwiesen, die denen der letzten 5 Monate ähnlich ist. Die Selektion geeigneter Jahre - sogennanter Analogiefälle - erfolgt durch einen statistischen Analogie-Index. Anschließend wurde ein mittlerer Verlauf jener Druckanomalien errechnet, die den Monaten der ermittelten Analogjahre folgten. Besondere Berücksichtigung findet dabei neuerdigs auch die Intenstität besonderer Phänomene wie ENSO (El Nino Southern Oscillation) sowie der Schneebedeckungsgrad des eurasischen Kontinents im Herbst.

In den dargestellten Grafiken sind auf der linken Seite die berechneten Luftdruckanomalien über Europa für September, Oktober und November 2017 zu erkennen. Rechtsseitig sind die daraus resultierenden Temperaturverteilungen dargestellt. Der blaue Farbton markiert dabei Felder, wo eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für zu niedrige Temperaturen (gegenüber dem Mittelwert) besteht, der rote Ton dagegen Gebiete mit übernormalen Temperaturen.

Prognose Druckabweichung September 2017 Prognose Temperatur September 2017
Prognose Druck September 2017 Prognose Temperatur September 2017

Prognose Druckabweichung Oktober 2017 Prognose Temperatur Oktober 2017
Prognose Druck Oktober 2017 Prognose Temperatur Oktober 2017

Prognose Druckabweichung November 2017 Prognose Temperatur November 2017
Prognose Druck November 2017 Prognose Temperatur November 2017


Berechnete Temperaturabweichung (gegenüber der Periode 1961 bis 2010) des Monats September 2017 für Berlin: + 0.5 K
Berechnete Temperaturabweichung (gegenüber der Periode 1961 bis 2010) des Monats Oktober 2017 für Berlin: - 0.6 K
Berechnete Temperaturabweichung (gegenüber der Periode 1961 bis 2010) des Monats November 2017 für Berlin: - 0.1 K


Jahre mit vergleichbaren Bedingungen in den Vormonaten sind derzeit:

1952, 1969, 1973, 1974, 1975, 1981, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2008, 2012


Ausblick: In den drei Herbstmonaten baut sich voraussichtlich über dem nördlichen Nordatlantik verstärkt hoher, über Skandinavien dagegen niedriger Luftdruck auf und sorgt insbesondere in den Monaten Oktober und November für eine Zunahme nordwestlicher und nördlicher Luftströmungen über Mitteleuropa. Daher ist hier mit eher zu kalten oder zumindest den Mittelwert entsprechenden Temperaturverhältnissen zu rechnen, während im September durch Hochdruck über Osteuropa auch wärmere Witterungsabschnitte wahrscheinlicher sind. Rückblick: Abschließend noch ein paar Worte zu den vergangenen Monaten und Jahren. Die gestellten Prognosen der zu erwartenden Druckanomalien im europäischen Raum lieferten im Großen und Ganzen zufriedenstellende Ergebnisse. Probleme bereiten noch einige Feinheiten, z.B. was die Genauigkeit und Stärke der prognostizierten Abweichungen angeht. Dazu zählen auch die daraus berechneten Temperaturen für Mitteleuropa, deren Resultate durch noch gezieltere Auswahl von Vergleichsjahren verbesserungswürdig sind.

Wichtig: Aufgrund der manuellen Bearbeitung der Methode und des damit verbundenen Zeitaufwands sollte zunächst nur vor den Hauptjahreszeiten eine 3-Monatsprognose erfolgen. Da das Verfahren inzwischen automatisiert wurde, ist ein Update der Prognosen nun im 2-Monatsrhythmus möglich.

Update: 20.08.2017
Neu: November 2017
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